Begrünungsanbau optimieren am Versuchsstandort Burgenland

Zwischenbericht von Traudtner Franz

Im Burgenland, speziell im Seewinkel spürt man heute schon die Auswirkungen eines Wandels. Temperaturen über 30 Grad Celsius, gepaart mit Süd-Winden, über Wochen sind keine Seltenheit mehr. Während der Projektlaufzeit war es eine Herausforderung die Begrünungen so Früh als möglich im Juli zu etablieren. Knochentrockene Böden, keine Niederschläge, keine Taubildung machen einen erfolgreichen zeitigen Begrünungsanbau zur Quadratur des Kreises. Selbst der Einsatz von Bewässerung war nur wenig erfolgreich. Das Begrünungssaatgut keimte zwar, aber ausbleibende, ausreichende Regenmengen ließen es in Folge wieder teilweise verdorren oder nur kümmerlich wachsen. Weiters war das Wachstum von in Massen auftretenden Beikräutern durch lückige Bestände begünstigt. Vor allem der Stechapfel wurde hier zum Problem und konnte nur durch ein rigoroses Mäh-Management zurückgedrängt aber nicht vollständig ausgemerzt werden. Für den erfolgreichen Anbau von Begrünungen, bei nicht vorhandener Feuchtigkeit im Boden, ist das Zuwarten nach der Ernte, bis zu ordentlichen Niederschlagsereignissen daher in Trockengebieten unbedingt erforderlich. Das große Potential der Assimilationsleistung kann leider auf Grund der hohen Temperaturen und des eklatanten Mangels an Niederschlag nicht ausgeschöpft werden. Kompromisse sind unumgänglich um Begrünungen im Trockengebiet erfolgreich etablieren zu können. Denn entscheidend ist nicht nur der Wassergehalt der Oberkrume (bis ca. 25 cm) sondern auch der Wassergehalt des Bodens darunter.

Ein Stoppelsturz vor Anbau der Begrünungen ist empfehlenswert um Ausfallgetreide und Beikräuter zum Auflaufen anzuregen, sofern etwas Wasser vorhanden ist. Um Beikräuter hintan zuhalten ist eine dementsprechende Saatstärke von Begrünungsmischungen unumgänglich. Weiters hat sich gezeigt, das sich artenreiche Mischungen besser etablieren und bei ausbleibenden Niederschlägen konkurrenzstärker und stabiler sind.

Der Anbautermin war in den ersten beiden Jahren für die Variante 1 Mitte Juli und die restlichen Varianten zirka 10 Tage später. Im dritten Jahr wurde Aufgrund der gewonnen Erkenntnisse aus den Vorjahren der Anbautermin flexibel nach hinten auf Ende Juli/Anfang August für die Variante 1 (früher Anbau) verlegt. Die Aussaat erfolgte in den ersten beiden Jahren mit einer mechanischen Sämaschine. Im dritten Jahr wurde nur die Variante 1 mechanisch ausgebracht. Die restlichen 8 Varianten wurden pneumatisch, zirka 10 Tage nach Anbau der 1. Variante ausgebracht. Am darauffolgenden Tag trat das angekündigte Niederschlagsereignis auch ein und der Aufgang war somit garantiert. Großkörnige Komponenten wie Ackerbohne waren in keinem Jahr zufriedenstellend vorhanden. Bestandesbildend waren nicht nur im ersten Jahr Körner- oder Platterbsen und Wicken, sowie diverse Getreidebeimengungen (Waldstaudenroggen und Hafer) und kleinkörnige Kreuzblütler. Von einem zu hohen Senf Anteil ist abzuraten, da er zu dominant wird. Senf daher nur in sehr geringen Mengen als Mischungspartner. Je artenreicher eine Mischung desto besser. Daher wurde im zweiten und dritten Jahr die Ausbringung von großkörnigen und kleinkörnigen Arten kombiniert. Der Anbau erfolgte in einer separaten Überfahrt am selben Tag, da die Technik für einen kombinierten Anbau nicht vorhanden ist. Im dritten Jahr wurde bei der Variante 8 die kleinkörnige Mischung nach dem Auflaufen der großkörnigen Mischung angebaut, um eine weitere Möglichkeit darstellen zu können.

Grundsätzlich kann derzeit gesagt werden das artenreiche Mischungen und ein flexibler Anbautermin das A&O eines erfolgreichen Begrünungsanbaues im Trockengebiet sind. Denn ohne Wasser kein Wachstum! Weiters wäre es wünschenswert von Stichtagen weg zu kommen und die Standzeiten der Begrünungen stärker zu berücksichtigen. Dann kann auch bei auftretenden Problemen (Beikrautdruck, schlechter Aufgang, etc.) noch korrigierend, bis hin zu einer Neuanlage, eingegriffen werden. Generell sollte in Österreich mit seinen vielfältigen klimatischen Bedingungen auch ein flexibles und vielfältiges Begrünungsmanagement umgesetzt werden.

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