Optimiert Begrünungen anbauen am Versuchsstandort Steiermark

Zwischenbericht von Heinz Köstenbauer

Nach Wintergetreide steht in der Steiermark ausreichend Zeit zur Verfügung, um Begrünungen zu etablieren. In den vergangenen 3 Jahren war es immer feucht genug, um jederzeit einen guten Feldaufgang zu erreichen. Mitunter hat sich Anwalzen als sinnvoll erwiesen, wenn kein unmittelbarer Niederschlag zu erwarten war. Die Bodenverhältnisse waren mitunter tendenziell sogar zu feucht für eine optimale Bearbeitung. Ein Zuwarten nach der Ernte war daher nie notwendig bzw. sogar kontraproduktiv, da wertvolle Zeit für das Wachstum der Begrünung verloren ging. Mischungen die verstärkt winterharte Komponenten beinhalten, können meist nicht sinnvoll im Juli angelegt werden und verzichten damit auf ein großes Potential an Assimilationsleistung bei entsprechender Tageslänge und Temperatur.

Ein Stoppelsturz als Maßnahme gegen Ausfallgetreide ist in Fruchtfolgen mit deutlich weniger als 50 % fachlich nicht notwendig und so wurde generelle darauf verzichtet. Lediglich aus Versuchszwecken wurde vor dem späteren Anbautermin ein Stoppelsturz durchgeführt. Es konnte optisch aber auch kein geringerer Anteil an Beikräutern in der Begrünung festgestellt werden.

Aufgrund der Bodenverhältnisse (Feuchtigkeit) wurde als Sätechnik generell ein pneumatischer Säkasten verwendet, der die Mischung vor der nachlaufenden Walze (Federstempelwalze) eingeblasen hat. Selbst der Aufgang großkörniger Komponenten wie Ackerbohne war damit zufriedenstellend.

Abfrostenden Arten zeigen zu Beginn mit starkem oberirdischem Wachstum auf, sodass winterharte Arten sich meist nicht etablieren können. Selbst wenn dann beim ersten Frost andere Arten absterben, können die winterharten Komponenten mangels guter Jugendentwicklung, den freiwerdenden Platz nicht nutzen. Hier zeigt sich erst im dritten Jahr erstmals eine ausgewogene Entwicklung zwischen diesen beiden Gruppen, die eine entsprechende Entwicklung von Winterwicke, Inkarnatklee oder Waldstaudenkorn im Frühjahr erwarten lassen. Zusätzlich gibt es die Überlegung, die abfrostenden Komponenten rechtzeitig etwa Ende September einzukürzen, um den winterharten Mischungspartnern mehr Licht zukommen zu lassen.

Als Hauptbestandesbildner an der Oberfläche haben sich Peluschke, Platterbse oder Sommerwicke in Abhängigkeit von den Niederschlagsverhältnissen hervor getan. Daher scheint es sinnvoll, alle 3 Arten in einer Mischung vertreten zu haben. Im ersten Versuchsjahr hat zusätzlich der Ölrettich dominiert, da im Boden noch hohe Rest-Stickstoffmengen zur Verfügung standen. Hier ist auch in einer Mischung darauf zu achten, dass Ölrettich nie zu dominant werden kann. Aus der Beobachtung der vielen weiteren Gemengepartner zeigt vor allem auch Hirse auf, die als C4 Pflanze mit Trockenstress ebenfalls sehr gut umgehen kann. Insgesamt ist die Vielfalt in der Mischung wichtig, da jährlich unterschiedliche Arten dann stärker am Feld wieder zu finden sind.

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