Erfolgreiche Begrünungen in inneralpinen Beckenlagen – Kärnten

von Harald Schelander aus Kappel am Krappfeld

Das Klima Kärntens ist dadurch gekennzeichnet, dass in den Sommermonaten Juli und August in zwei von drei Jahren ausreichend Niederschläge fallen, aber auch in Jahren mit ausgeprägter Frühsommertrockenheit folgen diese häufig ab der zweiten Augusthälfte, sodass sich ein frühestmöglicher Begrünungsanbau fast immer lohnt. Diese Beobachtung konnte auch im Rahmen dieses Projektes gemacht werden – der ehestmögliche Anbautermin war stets jener mit der größten Biomassebildung zumindest bei den Mischungen mit überwiegend abfrostenden Arten.

Generell zeigten Begrünungen mit vielen Mischungspartnern unterschiedlicher ökologischer Ansprüche aus verschiedenen Pflanzenfamilien eine bessere Entwicklung, gerade in Hinblick auf Bodenunterschiede, stark wechselnder Witterung und möglichem Schädlingsbefall.

Einer durchdachten Mischungszusammensetzung und einer angepassten Saatstärke kommen dabei eine besondere Bedeutung zu, um ein zu starkes Überhandnehmen einzelner Arten (z.B. Ölrettich) zu vermeiden, wichtig für jene Praktiker, die Mischungen selbst zusammenstellen.

Besonders bewährt haben sich im Süden Untersaaten, jedenfalls wenn die Standorte nicht zu trocken sind. Bei geringsten Anlagekosten konnten mit diesen die höchsten Stickstoff- mengen fixiert werden. Die verwendete stark Weissklee-betonte Kleemischung warder Absicht geschuldet möglichst dichte, gut Wurzelunkraut unterdrückende Bestände zu erhalten, was durch wiederholtes Mähen bzw. Häckseln auch erreicht werden konnte.  Um N-Verluste bei dieser Variante zu minimieren ist eine Zumischung weiterer Nichtleguminosenarten empfehlenswert. Diese Begrünungsvariante würde eventuell auch eine krumentiefe Lockerung, entsprechende Technik vorausgesetzt, im wachsenden Bestand erlauben. Nachteilig bei Untersaaten kann erhöhtes Auftreten von Feldmäusen in der Zwischenfrucht selbst, sowie verstärkter Drahtwurmbefall in der Folgekultur sein, auch gestaltet sich der Begrünungsumbruch im Frühjahr erheblich aufwendiger als bei den abfrostenden Mischungen.

Eine besondere Herausforderung für biologisch wirtschaftende Betriebe ist es, vor nachfolgenden Hauptfruchtleguminosen, Begrünungsbestände ohne Leguminosen mit ansprechender oberirdischer, gut Beikraut unterdrückender Entwicklung zu etablieren. Dabei scheinen sich artenreiche, nicht zu dichte aber dafür höher wachsende Mischungen mit Sonnenblume, Phacelia, Buchweizen und dergleichen aber ohne die typischen Kreuzblütler oder mit nur geringen Anteilen dieser zu bewähren, wobei bei Buchweizen auf die Gefahr des Aussamens zu achten ist (rechtzeitig einkürzen).

Bei der Aussaattechnik wurden im Versuch keine Kompromisse eingegangen und die Begrünungen gleich wie Hauptfrüchte bestellt, obgleich auch die verbreitete Methode mit Grubber und Säkasten unter günstigen Bedingungen ähnliche Ergebnisse erzielen kann.

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